Allgemeine Informationen

Das intensive forstliche Umweltmonitoring (Level II) untersucht auf 68 ausgewählten Flächen den Zustand und Veränderungen innerhalb des Ökosystems Wald. Es erfasst kontinuierlich atmosphärische Stoffeinträge, das Wachstum, den Kronenzustand und den Ernährungszustand der Bäume sowie die Zusammensetzung der Bodenlösung und wird durch Erhebungen zur Witterung, zur Artenzusammensetzung der Bodenvegetation (Biodiversität) und zum Streufall ergänzt. Unsere Auswertungen zeigen u.a. wie sich das Wachstum der Bäume und ihr Kronenzustand gegenseitig beeinflussen und wie beides durch erhöhte Stickstoffeinträge aus Verkehr und Landwirtschaft sowie durch Klimaveränderungen beeinflusst wird.


Hintergrund und Zielsetzung

Das Level-II-Monitoring ist Teil des Internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests) im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention (CLRTAP). Es wurde als wichtige Ergänzung zum flächenrepräsentativen Level-I-Monitoring (Waldzustandserhebung (WZE), Bodenzustandserhebung (BZE)) eingeführt, um Ursache-Wirkungszusammenhänge in Waldökosystemen gezielter untersuchen zu können. In Deutschland werden, seit 01.01.2014 auf der Basis einer Bundesverordnung (ForUmV), von den Bundesländern Daten aus insgesamt 12 Erhebungsbereichen erhoben,  geprüft und in eine Datenbank am Projektkoordinierungszentrum von ICP Forests eingespeist. Die Daten stehen damit für interne, auf Anfrage auch für nationale und internationale, Auswertungen zur Verfügung.


Beteiligte

Das Level-II-Monitoring wird in einer Kooperation von Bund und Ländern betrieben. Die zuständigen Einrichtungen der Bundesländer betreuen die Messstandorte und erheben die Daten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Thünen-Institut für Waldökosysteme mit dem bundesweiten Datenmanagement, Auswertungen und dem Erstellen von Berichten beauftragt. Dazu zählen (1) die Zusammenführung der Daten in einer einheitlichen Datenbasis, (2) die Qualitätsprüfung der Daten, (3) die Übermittlung der Datenbasis an das internationale Monitoringprogramm ICP Forests, (4) die standardisierte Bereitstellung der Datenbasis nach Bundesrecht (derzeit GeoZG Bund) und (5) die Auswertungen für die nationale Berichterstattung und Politikberatung. Weitere Auswertungen von bundesweitem Interesse erfolgen in fachlicher Zusammenarbeit im Rahmen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe.