Charakterisierung von gelöstem organischem Material in Waldböden

Gelöstes organisches Material (DOM, dissolved organic matter) ist für die Entstehung und Stabilisierung der organischen Bodensubstanz von großer Bedeutung. Es handelt sich um ein heterogenes Gemisch verschiedenster Stoffe, das in konstantem Austausch mit der Umwelt und den in ihr lebenden Organismen steht. Die molekulare Zusammensetzung des gelösten organischen Materials ist unter anderem abhängig vom Ökosystem und der Jahreszeit und könnte neue Erkenntnisse zu Abbau- und Stabilisierungsprozessen liefern. Bislang ist es noch nicht möglich, übergreifende Zusammensetzungsmuster für Ökosysteme abzuleiten.

Ein laufendes Projekt am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena charakterisiert DOM auf Level-II-Flächen mittels fortgeschrittener analytischer Techniken, wie z.B. der ultrahochauflösenden Massenspektrometrie. Die für die Flächen vorliegenden umfangreichen Datensätze, die Klima, Vegetation und Boden beschreiben, ermöglichen es den Wissenschaftlern dabei, den Zusammenhang der Umweltvariablen mit der molekularen Zusammensetzung des gelösten organischen Materials in Waldökosystemen in Beziehung zu setzen.

Untersuchungen zu extrahierbarem Kohlenstoff und der mikrobiellen Biomasse ergänzen das Projekt. Hierzu finden Sie erste Ergebnisse in einem Projektbericht.

Quecksilbermonitoring

Durch menschliche Aktivitäten, vor allem durch die Kohleverbrennung, werden bedeutende Mengen an Quecksilber in die Umwelt freigesetzt. Um die nasse Quecksilberdeposition in Waldgebieten besser quantifizieren zu können, wird derzeit an der NW-FVA und dem Thünen-Institut ein Konzept zur Verbesserung des Quecksilbermonitorings auf Level-II-Flächen erarbeitet. In dem vom UBA finanzierten Projekt wird der Einsatz verschiedener Niederschlagssammler, sowie die Analyse des Quecksilbergehalts von Niederschlagswasser auf der Fläche Solling in Niedersachsen getestet.

Ektomykorrhizapilze durch Stickstoffeinträge geschädigt

In einer groß angelegten Studie mit deutscher Beteiligung wurde die Sensitivität von Ektomykorrhizapilzen auf Umweltbedingungen und Wirtspflanzen nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden im Juni 2018 in Nature veröffentlicht.

Insgesamt sind fast 40 000 Proben von 137 Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings ausgewertet worden. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Abhängigkeit vom Wirt und von Umweltbedingungen wie Boden-pH, Lufttemperatur, Kaliumversorgung und Nadel-/Blattgehalte. Vor allem beeinträchtigen aber zu hohe Stickstoffeinträge die Symbiose zwischen Mykorrhizapilzen und Waldbäumen.

Die Ergebnisse sind bedeutsam für ein neues Verständnis von kritischen Eintragungen in unsere Waldökosysteme und unterstreichen wie wichtig eine Reduktion der Stickstoffeinträge ist.

(siehe auch Pressemitteilung des Thünen-Instituts)

Luftreinhaltemaßnahmen zeigen Wirkung auf Waldböden

Gute Nachrichten für Europas Waldböden: Eine europaweite Auswertung der Level-II-Bodenlösungsdaten aus der Zeit von 1995-2012 zeigt, dass der Gehalt an Sulfat, Nährstoffen und Aluminium in der Bodenlösung abnimmt und sich die Bodenversauerung verlangsamt, ein Hinweis auf rückläufige Schwefeleinträge. Die Waldböden haben sich jedoch noch nicht von den erhöhten Stoffeinträgen in der Vergangenheit erholt, insbesondere die Stickstoffbelastung ist weiterhin zu hoch. Die Studie mit deutscher Beteiligung wurde im März 2018 im Fachblatt Global Change Biology veröffentlicht.

(siehe auch Pressemitteilung der NW-FVA)

Fichte - Trockenheit

Das Projekt „Fichte – Trockenheit“ untersucht mittels physiologischer und genetischer Marker in wieweit sich Fichten unterschiedlicher Herkunft in ihrer Trockenheitstoleranz unterscheiden. Die Untersuchungen zeigen die Optionen und Grenzen der Trockenheitsanpassung von Fichtenbeständen.

(mehr beim Thünen-Institut)

DENDROKLIMA

DENDROKLIMA beschäftigt sich mit der Anpassungsfähigkeit der Baumarten Waldkiefer und Traubeneiche an sich ändernde Umweltbedingungen und damit mit der Wirkung des Klimawandels auf das Baumwachstum.

(mehr beim Thünen-Institut)

Verwendung von Drohnen im forstlichen Monitoring

Die Nutzung unbemannter Flugobjekte im forstlichen Monitoring bietet eine kostengünstige Alternative zur Satelliten-Fernerkundung oder der bemannten Befliegung. Die erhobenen Daten sind qualitativ hochwertig und können z.B. zur Kartierung und Erhebung von Baumgeometrien verwendet werden.

(mehr beim Thünen-Institut)