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Hintergrund und Historie

Waldböden sind die Basis für vitale und anpassungsfähige Wälder.

Sie liefern Wasser und Nährstoffe für das Waldwachstum, puffern Schad- und Säureeinträge und gleichen Wassermangel in Trockenphasen aus.Waldböden spielen somit eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz und stellen zudem einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität dar (Wellbrock et. al. 2016).

Der aktuelle Zustand der Waldböden ist das Ergebnis langfristiger natürlicher Entwicklungen sowie anthropogener Beeinflussung (Blume et. al. 2010). Infolge jahrhundertelanger menschlicher Nutzungen waren Wälder starken Nährstoffausträgen ausgesetzt z.B. durch Brandrodung, Waldweide, Kahlschlag und der damit verbundenen Bodenerosion.

Die Wälder von heute sind größtenteils das Ergebnis waldbaulicher Entscheidungen, wobei vor allem die Bestandsstruktur und die Baumartenwahl und –mischung eine große Rolle spielen. Sie beeinflussen allen voran die Menge und Verteilung der organischen Substanz im Boden, die Stoffkreisläufe, das Depositionsgeschehen und das Säure-Base-Verhältnis sowie das Waldinnenklima und den Wasserhaushalt (Wellbrock et. al. 2016).

In Folge der Waldschadensdiskussion stellt die BZE seit Ende der 80er Jahre ein integrales Element des Forstlichen Umweltmonitorings dar.

 

Entwicklung der Bodenzustandserhebung

Im Zuge der Waldschadensdiskussion etablierte sich neben dem Kronenzustandsmonitoring Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre auch eine bundesweite Bodenzustandserhebung.

Die Außenaufnahmen der BZE I fanden von 1989 bis 1992 statt. Anlass war das Reaktorunglück in Tschernobyl. Der Fokus lag auf dem Boden. 1996 konnten die Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Ergebnisse dieser BZE I zeigten eine „flächendeckende, weitgehend substratunabhängige Versauerung und Basenverarmung der Oberböden sowie eine Tendenz zur Nivellierung des chemischen Oberbodenzustandes auf niedrigem Niveau“ (Wolff & Riek 1996). Zu den Ergebnissen

Seit den 1990 ist der Eintrag von Schwefel in Folge von grenzüberschreitenden Maßnahmen zur Luftreinhaltung (UNECE 1979) von Flugaschen zurückgegangen, Stickstoffeinträge blieben jedoch weiterhin konstant. Blei wurde im Benzin verboten. Die Ergebnisse der BZE II spielten die veränderten Umweltbedingungen wider. Die Böden hatte sich leicht erholt. Der pH-Wert stieg leicht an und die Ernährungssituation hatte sich verbessert. Auch die Schwermetallkonzentrationen im Boden insbesondere von Blei war zurückgegangen. Der Wasserhaushalt der Wälder zeigte aber eine Zunahme der trockenen Jahre von 1990 bis 2006. Die Kohlenstoffsspeicherung liegt im Bereich des oberirdischen Bestandes.

Die BZE II wurde von 2006 bis 2008 erhoben, wodurch erstmals eine flächenrepräsentative Übersicht über die Veränderung des Waldbodenzustands innerhalb einer Periode von ca. 15 Jahren ermöglicht wurde. Das Untersuchungsspektrum wurde deutlich erweitert und im Vorfeld eine Arbeitsanleitung zwischen Bund und Ländern abgestimmt. Der Bericht zur BZE II wurde 2016 veröffentlicht. Zu den Ergebnissen

Die Durchführung der BZE III erfolgte in den Jahren 2022 bis 2024: An ca. 2.000 Stichprobenorten wurden etwa 50.000 Proben genommen, die jetzt untersucht werden. Der Bundesbericht soll Ende 2028 vorliegen.

Arbeitsteilung von Bund und Länder

Das forstliche Umweltmonitoring, und somit auch die BZE, wird in Deutschland von Bund und Ländern gemeinsam ausgeführt. 

Dabei werden die Daten von den Bundesländern erhoben. Die Auswertung der BZE II erfolgte in Kooperation zwischen dem Thünen-Institut, welches die Daten zur bundesweiten Auswertung zusammenstellt, Vertretern der forstlichen Versuchsanstalten der Länder, Umweltbehörden und externen Experten. Spezialauswertungen zu Schwermetallen und organischen Schadstoffen erfolgen durch die Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe bzw. das Umweltbundesamt (Wellbrock et. al.). Diese Interdisziplinarität zeichnet die Besonderheit der BZE aus.

Die forstlichen Forschungseinrichtungen der Bundesländer installieren das Messnetz, führen die Datenaufnahmen durch und erstellen Länderdatensätze sowie Auswertungen und Berichte. Die Erhebung und länderseitigen Auswertungen werden grundsätzlich von den Ländern finanziert. Auf Bundesseite ist die forstliche Ressortforschung des BMEL (bis 2008 Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH), seitdem das Thünen-Institut) mit der Koordination der Inventuren, Aufbereitung, Auswertung und Berichterstattung eines übergreifenden Datensatzes betraut.

Die Berichtspflichten gegenüber der UNECE oder EU werden sowohl von den Ländern als auch vom Bund wahrgenommen.

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