Punktdesign
Das Standardverfahren zur bodenkundlichen Beprobung stellt eine Satellitenbeprobung mit einem Bodenprofil im Mittelpunkt dar. In der Regel ist dieser Mittelpunkt dauerhaft magnetisch markiert.
Die genaue Bestimmung des BZE-Mittelpunktes ist an das Erhebungsverfahren zur Auswahl der Stichprobenbäume der Waldzustandserhebung gekoppelt. In der Regel stimmt der Mittelpunkt des BZE-Probepunktes mit dem Mittelpunkt des WZE-Kreuztraktes überein. Der Mittelpunkt ist Bezugspunkt für alle durchzuführenden Probenahmen und Untersuchungen. Der BZE-Bezugskreis umfasst einen Radius von 30 m, in dem alle Erhebungen (Probenahme Humus und Mineralboden, Nadel-Blattprobenahmen, Erfassung des Kronenzustands, Bestandesaufnahme, Bodenvegetation) durchgeführt werden.
Das Standardverfahren zur bodenkundlichen Beprobung der BZE-Punkte ist die Satellitenbeprobung mit einem Bodenprofil am BZE-Mittelpunkt. Nach Möglichkeit sollte das Bodenprofil so angelegt werden, dass die Stirnseite des Bodenprofils am BZE-Mittelpunkt liegt und die Profilgrube mindestens 1 m tief ist. Die Länge der Profilgrube muss der Tiefe angepasst werden, die Breite der senkrecht abgestochenen Stirnwand soll mindestens 0,8 m betragen.
Für die Beprobung der organischen Auflage und des Mineralbodens werden standardmäßig vier Bohrungen in einem Abstand von 10 m zum Mittelpunkt, in den vier Haupthimmelsrichtungen durchgeführt. Die Bohrungen haben eine Tiefe von 90 cm. Sofern für die Gewinnung von ausreichendem Probenmaterial für die chemische Analyse erforderlich, werden zwischen den vier Haupthimmelsrichtungen vier weitere Bohrungen bis in eine Mindesttiefe von 90 cm, wenn die Möglichkeit besteht auch bis 140 cm, vorgenommen. Die Probennahme des Auflagehumus und des Mineralbodens bis 10 cm Tiefe erfolgt grundsätzlich an allen acht Satellitenpunkten.
Die Nadel- und Blattprobenahmen finden über den ganzen Bezugskreis verteilt statt. Die Bodenvegetation wird nach europäischen Standards auf einer einheitlichen Fläche von 400 m² aufgenommen. Zusätzlich erfassen vier Satelliten in einem Abstand von 25 m zum Mittelpunkt des Probepunktes den Kronenzustand. Dabei wird auf eine 6-Baum Stichprobe zurückgegriffen (siehe hier). Zur Untersuchung der Waldernährung werden Nadeln und Blätter von drei Probebäumen je Hauptbaumart innerhalb des Probekreises beprobt.
Die Harmonisierte Bestandserhebung (HBI) (Hilbrig et al., 2014) dient als Grundlage der Aufnahme des Baumbestands in der BZE-Arbeitsanweisung. Dabei werden innerhalb von 3 Probekreisen Bäume mit unterschiedlichem Brusthöhendurchmesser (BHD) aufgenommen. Zusätzlich werden Daten zur Baumverjüngung und Totholz erfasst.
Einige Besonderheiten sind für die einzelnen Bundesländer zu beachten.
Genauere Informationen können hier eingesehen werden:
- Dokumentation BZE II: Thünen Working Paper 97: Bodenzustandserhebung im Wald – Dokumentation und Harmonisierung der Methoden
- Arbeitsanleitung BZE III: Thünen Working Paper 195
